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Dropshotgewichte selbstgemacht die Zweite

Ich weiß nicht woran es liegt. Vermutlich ist meine technische Ausbildung schuld daran dass ich aus Dingen die andere in den Müll werfen versuche brauchbare Sachen zu basteln.
Wenn die Resultate funktionieren, bin ich zufrieden. Ich habe vor einiger Zeit schon mal einen Bericht über den Selbstbau von Drop Shot Gewichten gepostet. Diese Gewichte waren aus alten Schrauben gefertigt. Die Schurfixierung übernahm ein zusammengedrückter Kupferdraht (aus eine abisolierten Ader eines 1,5² Stromkabels). Diese Gewichte funktionieren prima und sind angelehnt an die handelsüblichen Gewichte aus dem Angelladen.Seit einiger Zeit fische ich am Rhein (meinem Hausgewässer) fast nur noch mit Drop Shot Rigs, da bei Hängern in den unzähligen Steinpackungen und dem Unrat auf dem Gewässerboden fast kein Flurschaden entsteht.Zudem kann ich auch bei stärkerer Strömung den Köder langsam und punktgenau präsentieren. Dass man mit einer Drop Shot Montage nur einen begrenzten Raum von wenigen Quadratmetern befischen kann ist ein absoluter Irrglaube! Wenn das Gewicht gut fixiert ist, kann man sehr weite Würfe machen und so große Strecken befischen. Man kann auch die Präsentation variieren. Jiggen, Faullenzen u.a. Wenn man das Gewicht knapp einstellt kann man problemlos grundnah fischen - alles ist möglich. Bei einem Hänger ist so gut wie nie der Köder bzw. der Haken weg. Lediglich das Gewicht zieht sich von der Schnur (erst bei starkem Zug). Da es sich in meinem Fall um eine alte Schraube handelt, ist das kein Problem.Es ist mir schon oft passiert dass die Schnur beim Fixieren eines herkömmlichen Drop Shot Gewichtes abgetrennt wurde, da die zusammengekniffene Öse wie eine Schere wirkt (spätestens bei einem Hänger). Meine selbstgebauten Gewichte der ersten Generation sind zwar schnurschonender als die käuflichen Kollegen (da der Durchmesser der Öse größer- und das Material weicher ist) trotzdem verletzte man beim Fixieren des Gewichtes die Schnur. Wenn man die Tiefe öfters verstellte, riss sie irgendwann. Das machte mich nachdenklich. Es muss doch auch anders gehen - einfacher - besser - schonender. Beim Betrachten der Elektroadern kam mir plötzlich die „zündende“ Idee, da ich die Isolierung entfernte und diese vor mir auf dem Tisch lag. Wenn man einen Schwimmer mit einer Kunststoffhülse fixieren kann, warum sollte es nicht auch bei einem Gewicht funktionieren. Ich kann euch versprechen, es funktioniert - und wie es funktioniert!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Was ist zu tun
Eigentlich nicht viel. Man zieht die Adern aus dem Kabelrest und isoliert sie vorsichtig ab.
Dann schneidet man etwas Kupferdraht ab (das Stück sollte 4cm länger als die Schraube
sein) und fixiert das Drahtstück mit Isolierband an der Schraube. Dabei sollte man beim
Wickeln des Bandes genug Zug ausüben um eine feste Fixierung zu erreichen.
Das Gewinde der Schraube hilft uns dabei.
Es empfiehlt sich stabiles Isolierband zu verwenden, damit man genügend Zug
ausüben kann ohne dass das Band reißt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun schneiden wir einige, ca. 1cm lange, Stücke Adernisolierung ab. Diese werden über
den Draht gezogen (kleinere Stücke lassen sich besser anbringen als ein großes).
Später wird zuerst die Fluor Carbon Schnur durch die Isolierungsstücke gefädelt,
dann werden die Stücke auf das Drahtende geschoben - fertig!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu guter Letzt kann man den Draht noch etwas biegen um einen besseren Winkel
zu ermöglichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gewichte halten bombenfest (auch bei weiten Würfen). Bei einem Hänger
bekommt man sie meistens wieder frei. Sollte es nicht klappen, kann man durch
massiven, stetigen Zug das Gewicht abziehen ohne die Schnur zu beschädigen
bzw. den Köder zu opfern. Anstatt der Schrauben kann man natürlich auch andere Dinge
verwenden, auch handelsübliche Grundbleie. Entscheidend ist der Elektrodraht der zur
Fixierung der Schnur dient.

Die Schnur wird durch die Isolierungsstücke gefädelt und wie bei einer Pose durch
Aufschieben auf den Draht fixiert.
Dabei lässt sie sich das Gewicht gut verschieben, ohne die Schnur zu beschädigen,
trotzdem hält es sehr gut auf der Schnur (auch bei weiten Würfen).

 

Aktualisiert (Montag, den 07. Mai 2012 um 19:31 Uhr)

 

Das Screw Nut Rig

Dass neue Methoden wie Drop Shot Rig, Texas Rig oder Carolina Rig eine fängige Sache sind dürfte sich rumgesprochen haben.
Zander, Barsch und Co. lassen sich damit oft zu einem "Fototermin" überreden wenn andere Köder versagen. Der Vorteil ist: man kann auch in fließenden Gewässern den Köder auf der Stelle halten und den Räubern förmlich auf der Nase rumtanzen.
Da mein Hausgewässer, der Rhein, ein hängerreiche Angelegenheit ist, habe ich schon einige Montagen geopfert. Meistens ist es das das Blei welches an Unrat oder Steinpackungen hängen bleibt und das 25er Flour Carbon Vorfach beugt sich schließlich der Gewalt.
Eine Lösung musste her. Als ich meine Werkstatt durchstöberte, sah ich wieder die Unmengen an Schrauben und Muttern die von Generation zu Generation vererbt wurden - die Idee des "Screw Nut Rig" war geboren.


Die Fertigung
Eigentlich ist alles ganz einfach. Man nehme ca 15 cm kunststoffummanteltes Stahlvorfach, 3 - 4 Muttern Gr. 8 -10 (das entspricht etwa 15 - 20g Gewicht), ein Bleischrot, zwei Glasperlen, eine Gummiperle, nach Belieben einen Karabiner, fädele alles zusammen fertig.



Zuerst schneidet man ca. 20 cm Stahlvorfach ab und bildet an einem Ende eine Schlaufe. Das kann man mit einer Quetschhülse machen oder, man verdrallt das Vorfach und "verschweißt" die Kunststoffummantlung mit einem Feuerzeug. Das funktioniert mit etwas Übung problemlos und hält bombenfest. Wichtig ist, dir Verdrallung muss sehr eng sein und das Feuerzeug ist vorsichtig zu verwenden (damit der Kunststoff nicht verbrennt).
Nun montiert man unter der Schlaufe ein Schrotblei und fädelt eine Glasperle auf. Hinter der Glasperle kommen die Muttern, noch eine Glasperle, als "Rammschutz" eine Gummiperle und ein Karabiner. Diesen montiere ich ebenfalls mit der "Schweißtechnik". Optional reicht auch eine Schlaufe, dann sollte man aber unterhalb der Gummiperle noch ein Schrotblei (als Stopper) einsetzen.
Die komplette Montage sieht dann so aus:
Dateianhang:



Ich verwende als Hauptschnur eine geflochtene Schnur, montiere mein "Srew Nut Rig" mit einem No Knot und schalte ein 25 - 40 cm langes Fluor Carbon Vorfach vor.
Als Köder eignen sich No Action Shads, aber auch Fischfetzen, Würmer usw. an einem Wide Gab Haken.


Der Vorteil
Da die geflochtene Hauptschnur und das Stahlvorfach stabiler sind, verliere ich so gut wie keine Montage mehr. Durch den lockeren Lauf der Muttern, in Verbindung mit den Glasperlen, klackt das ganze noch besser als ein Carolina Rig. Zudem ist es eine billige Sache (im Vergleich zu den recht teuren Tungsten
Gewichten).
Mein Tip
Einige "Zutaten" (Glasperlen, Stahlseide) bekommt man sehr günstig bei Schmuck Händlern (klingt komisch, ist aber so). Schaut einfach mal bei Ebay nach.
Die Montage hat meinen "Belastungstest" überstanden und locker 8 kg geschafft. Das sollte für einen strammen Barsch oder Zander reichen.

Aktualisiert (Sonntag, den 25. Juli 2010 um 05:18 Uhr)

 

Gegensätze ziehen sich an! Das ist wohl auch der Grund warum ich mich einerseits für Technik  interessiere, stundenlang Computerprobleme löse und viel Zeit mit meterlangen Quellcodes verbringe.
Andererseits mag ich die Natur, explizit das Angeln.
Ich verwende fast ausschließlich Kunstköder mit denen ich Hecht, Zander und Co. befische .

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